Universität Duisburg-Essen
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Forschung/Internationalisierung der Ingenieurausbildung/Ingenieurarbeit und Qualifizierung im internationalen Kontext

Qualitätssicherung internationaler Studiengänge

Deutsche Ingenieurausbildung genießt weltweit ein hohes Ansehen und steht für ein besonderes Maß an Qualität in der Ausbildung. Mit der Einführung konsekutiver Bachelor-/Master-Studiengänge auch in den Ingenieurwissenschaften haben sich in den letzten Jahren die Randbedingungen für die Ingenieurausbildung grundsätzlich geändert: Zum einen ist der Bachelor mit seiner vergleichsweise kurzen Studiendauer der erste berufsqualifizierende Abschluss, zum anderen haben die früheren Kontroll- und Genehmigungsinstanzen, insbesondere die Ministerien und die Fakultätentage, die Entwicklung von Rahmenprüfungsordnungen aufgegeben und spielen bei Genehmigung und Einführung neuer Studiengänge keine maßgebliche Rolle mehr.

Diese Entwicklung geht teilweise auf den Bologna-Prozess zurück, der einen europaweiten, einheitlichen Bildungsraum mit durchgängigen Studienstrukturen zum Ziel hat. Zusätzlich hatte der DAAD bereits 1997 mit Mitteln des Bundes Anreize zur Einführung auslandsorientierter Studiengänge geschaffen, mit deren Hilfe Deutschland wieder Attraktivität als internationaler Studienstandort zurückgewinnen sollte – ausländische Studierende waren nämlich immer weniger interessiert, sich den Problemen auszusetzen, die vorrangig durch traditionelle deutsche Studienstrukturen und die deutsche Sprache in der Lehre entstehen. Hiermit entstand ein neues Spannungsfeld für die Qualitätssicherung in der deutschen Ingenieurausbildung, das aus zwei unabhängigen, sich zudem noch gegenseitig verstärkenden Quellen gespeist wird:

a) Wie kann die besondere Qualität der deutschen Ingenieurausbildung und damit die besondere Kompetenz von in Deutschland ausgebildeten Ingenieuren im Rahmen einer vollkommen anderen Studienstruktur erhalten werden – kann dies innerhalb der kurzen Bachelor-Ausbildung überhaupt erreicht werden? Ist es denn überhaupt der Bachelor, auf den es ankommt? Und wer ist denn überhaupt berufen, die angestrebte Qualität festzulegen und zu komntrollieren, ob diese denn erreicht wird?

b) Wenn denn deutsche Ingenieurausbildung in international kompatiblen Strukturen abläuft, wie kann dann sichergestellt werden, dass ein Bachelor-Abschluss aus dem Ausland auch tatsächlich die Voraussetzungen für eine Master-Ausbildung in Deutschland liefert? Und wie kann bei internationalen Hochschulpartnerschaften sichergestellt werden, dass die Studierenden in Austauschprogrammen oder sogar Double Degree Programmen am Ende ihres Studiums die nach deutschem Maßstab geforderten Kompetenzen auch tatsächlich erreicht haben?

In diesem Spannungsfeld ist es für einzelne Hochschulen, aber auch des Studienstandort Deutschland, unvermeidlich, klare Positionierung zu beziehen mit dem Ziel, im Wettbewerb auf dem internationalen Bildungsmarkt eine führende Rolle einzunehmen. Die international ausgerichtete Ausbildung bedient den Arbeitsmarkt der globalisierten Wirtschaft und ist damit für Deutschland als exportorientierte Nation von hervorragender Bedeutung. Die Arbeiten am Fachgebiet Technische Informatik liefern Beiträge zu dieser Thematik anhand von beispielhaften Untersuchungen wie auch über die Entwicklung von allgemein einsetzbaren Methoden.

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Publikationen zu dem Arbeitsgebiet

Abschlussarbeiten zu dem Arbeitsgebiet

Kontakt (Prof. Dr.-Ing. Axel Hunger)

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