Universität Duisburg-Essen
ENGLISCH
Lehre/
Titel: Untersuchung zur Einsatzfähigkeit des COCOMO-Verfahrens als Schätzverfahren für virtuelle Teams
Thema: Das moderne Software-Engineering hat sich in den letzten Jahren sukzessive den üblichen Schritten industrieller Produktentwicklungsprozesse angenähert und kann als eine Disziplin definiert werden, die mit ingenieurmäßigen Mitteln und ökonomischem Vorgehen dem Entwickler hilft, qualitative hochwertige Software zu erstellen und zu pflegen. Im Rahmen des Software Projektmanagement wird dabei frühzeitig der Frage nach dem Aufwand für ein Projekt nachgegangen. Dabei sollen der Umfang und der zeitliche Aufwand abgeschätzt werden, mit dem Ziel, eine Basis für Kosten-Nutzen-Analysen zu bieten und zum anderen eine fundierte Ressourcenplanung für das Projekt zu ermöglichen. In dem Zusammenhang wird häufig das COCOMO-Verfahren eingesetzt. Diese algorithmisches Schätzmodell liefert in seiner Basisversion Schätzwerte für den Aufwand in Mannmonaten, die Projektdauer, die Entwicklerproduktivität und den durchschnittlichen Personaleinsatz. Modellerweiterungen betrachten zusätzliche Parameter (Aufwandskorrekturmultiplikatoren) wie Computer-Merkmale, Personal-Merkmale und Projekt-Merkmale bei der Berechnung. Da der gesamte Lebenslauf heutiger Software-Systeme nur noch in Ausnahmefällen von einzelnen Entwicklern zu beherrschen erfolgt in der Regel eine Aufteilung auf mehrere Subteams. Dabei liegt Anteil an kooperativ durchgeführten Arbeiten bei ca. 70% der gesamten Arbeitszeit eines Software-Entwicklers. In dem Zusammenhang wird in der Literatur auch der Begriff des kooperativen Software-Engineering verwendet. Für Projektteams, deren Mitglieder darüber hinaus räumlich verteilt organisiert sind, hat sich in der Literatur der Begriff des virtuellen Teams etabliert.
Beschreibung: Im Rahmen dieser Studienarbeit soll untersucht werden in wieweit die bestehenden Varianten des COCOMO-Verfahrens auf das kooperative Software-Engineering und vor allem den Einsatz virtueller Teams anwendbar ist. Dazu ist zunächst das COCOMO-Verfahren und die einzelnen Aufwandskorrekturmultiplikatoren auf seine Übertragbarkeit auf virtuelle Teams zu überprüfen. Insbesondere sind Parameter für die Einflussfaktoren „räumliche Verteilung“, „Zeitverschiebung“, „unterschiedliche Kulturräume“ zu untersuchen und bei Bedarf neu zu definieren und zu beschreiben sowie entsprechende Aufwandskorrekturfaktoren abzuschätzen. Die Anwendung des COCOMO-Verfahrens ist schließlich für ein virtuelles Team mit Entwicklern in Malaysia, Indonesien und Deutschland bei Einsatz der synchronen Groupware Passeneger exemplarisch zu demonstrieren.
Angebot: Studienarbeit
Status: Abgeschlossen
Kontakt: Dr.-Ing. Werner, Stefan
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